Die Flunder ist der am meisten in der Brandung gefangene Plattfisch an unseren Küsten. Der in Norddeutschland auch häufig Butt genannte Fisch ist für viele Fischer von beträchtlicher Bedeutung, er wird in Reusen oder mit Netzen gefangen. Die Flunder ist ein vorwiegend Rechtsseitiger Plattfisch, was bedeutet, das die Oberseite des Fisches die rechte Körperhälfte ist. Im Gegensatz zu anderen Plattfischarten, ist die Flunder aber nicht ausschließlich Rechtsseitig, es gibt Gebietsweise bis zu 30 Prozent Linksseitige Flundern. Da die Flunder im Gegensatz zu anderen Plattfischen in der Lage ist auch im Süßwasser zu leben, findet sich diese Art in den Unterläufen einiger Flüsse. Zu früheren Zeiten, als die großen Flüsse noch nicht so verschmutzt und durch Stauwehre oder Fluttore vom Meer weitestgehend abgeschottet waren, wanderten die Flundern in der Elbe bis nach Magdeburg, oder im Rhein bis hinein in den Neckar. Durch Umweltschutzmaßnahmen und verbesserter Wasserqualität wird in diesen Bereichen heute wieder, die ein oder andere, Flunder von einem Angler gefangen.
Die Brachse ist ein ein sehr hochrückiger und seitlich stark abgeflachter Fisch der zur Gruppe der Weißfische gehört. Der Brassen ist meist in den unteren Wasserregionen anzutreffen, wo er bevorzugt seine Nahrung vom Grund der Wohngewässer aufnimmt. Es werden vom Brachsen neben Würmern, auch andere Weichtiere wie Schnecken oder aber Insektenlarven gefressen. In fast gesamt Mittel- und Nordeuropa kommt die Brachse vor, sie bewohnt hauptsächlich ruhige und langsam fließende Flussabschnitte und fast alle stehenden Gewässer. Die Brachse, die regional auch Brachsme, Brasse, Bresen oder Blei genannt wird, ist ein von vielen Karpfenanglern oft ungeliebter Beifang. Obwohl das Fleisch der Brasse durchaus als wohlschmeckend zu bezeichnen ist, wird er sehr oft einfach wieder zurückgesetzt weil er zu viele Gräten besitzt. Regional ist der Brachsen aber trotzdem ein sehr beliebter Speisefisch, der dann in größeren Mengen mit Netzen und Reusen gefangen wird.
Wie der Thunfisch gehört auch die Makrele zu der Scombridae, also den Makrelen- und Thunfischartigen. Zu dieser Gruppe von Fischen zählen auch der Bonito, der Wahoo, sowie alle Makrelenarten wie Stachelmakrele oder Königsmakrele, und die Thunfischarten wie Gelbflossenthune. Die Makrele ist ein typischer Hochseefisch der fast sein gesamtes Leben auf offener See verbringt. In großen Schwärmen lebend, kommt die Makrele nur im Sommer und zur Laichzeit in die Nähe der Küste. Perfekt angepasst an seine Lebensweise, ist die Makrele extrem Stromlinienförmig und auf Geschwindigkeit und Wendigkeit optimiert. Kleine sehr glatte Schuppen überziehen den Körper der Makrele, kleine Brust und Rückenflossen bieten die nötige Stabilisierung, haben aber einen geringen Wasserwiderstand der beim anlegen an den Körper durch kleine Mulden noch verbessert wird. Die recht große sichelförmige Schwanzflosse wird durch die starken mit Fett durchzogenen Muskeln für den schnellen Antrieb genutzt. Vor dieser Schwanzflosse sind noch eine reihe kleinerer Flossen entlang der Schwanzwurzel angeordnet die zusätzliche Stabilität verleihen. Das große durch eine Gallertschicht geschützte Auge verleiht der Makrele bei der Jagd die nötige Sicht. Markantestes Merkmal der Makrele ist aber die streifenartige Zeichnung auf grünblauem Grund, die sich über den Rücken zieht.
Fast jedes Kind kennt den Namen dieses Fisches, aber leider eher von der Fischdose her. Fast 2 Kilogramm Hering verzehrt der Deutsche Durchschnitts-Fischesser pro Jahr. Vom Brathering, Rollmops über Bismarkhering bis hin zum Matjes gibt es unzählige Arten auf dem dieser Fisch auf unsere Tische kommt. Über den Hering als lebenden Fisch wissen die meisten jedoch so gut wie nichts. Obwohl der Hering einer, wenn nicht sogar “der” wichtigste Fisch in den Nordeuropäischen Meeren ist. Als ökologisches Bindeglied zwischen Plankton, das ihre Hauptnahrung bildet und den größeren räuberischen Fischarten, ist der Hering ein wichtiger Faktor im Gleichgewicht unserer Meere. Heringe oder lateinisch Clupeidae sind die wichtigste Gruppe der Fische, und der Atlantische Hering ist der häufigste Fisch der Erde. In Schwärmen von mehreren hunderttausend Tieren streift dieser Fisch durch die Meere. Schon immer hat der Hering auch das Leben der Menschen in Nordeuropa geprägt. Zur Zeit der Hanse war der Hering eines der wichtigsten Handelsgüter und durch seine leichte Verderblichkeit auch Auslöser für den Abbau von großen Salzmengen in Lüneburg und den Bau des Stecknitz-Kanals, des ersten künstlichen Europäischen Wasserwegs. Der Hering hat lange Zeit als “Arme-Leute-Essen” gegolten, heute ist er durch Überfischung und Umweltverschmutzung eher eine Delikatesse geworden.
Kein einheimischer Fisch, dennoch einer der bekanntesten Fische in unseren Gewässern, die Regenbogenforelle. Sie ist seit dem Jahr 1882 in Deutschland beheimatet, ursprünglich stammt die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) aus dem Nordwesten Amerikas. Eingeführt wurde sie als Speisefisch, im Jahre 1875 wurde die Regenbogenforelle zuerst nach England eingeführt und dort in Zuchtanlagen gehalten. Nach und nach wurde sie durch verschiedene Faktoren in natürliche Gewässer eingebürgert und gehört heute als “natürlicher” Bestand zu vielen Flüssen, Seen und Teichen.
Einer der am meisten gesuchten Fische im nördlichen Europa ist wohl neben dem Lachs, die Meerforelle. Viele Regionen werben mit der Angelei auf Meerforelle an ihren Küstenabschnitten und Flusssystemen. Angler aller Sparten jagen diesem Fisch hinterher, sei es nun Fliegenfischer oder Spinnfischer. Im Meer wird sowohl in der Brandung, als auch vom Boot mit dem Schleppsystem auf die Meerforelle geangelt. In den Küstennahen Flüssen und Bächen wird diesem Fisch mit allen Angelmethoden nachgestellt die, die Moderne Angeltechnik zu bieten hat.
Das Angeln auf Karpfen ist eine Passion und hat eine eigene Angelkultur entwickelt, es gibt eigens Ruten, Rollen, Stühle und Zubehör die extra für das Angeln auf Karpfen entwickelt worden sind. Der Karpfen an sich, ist ein recht grätenreicher Weißfisch, der wegen seinem schmackhaften Fleisch und seinen teilweise immensen Wuchs von vielen als der König der Friedfische angesehen wird. Der ursprünglich aus Asien stammende Karpfen, wurde schon durch die Römer nach Europa gebracht und kultiviert. Von Mönchen wurde er im Mittelalter in ihren Klöstern als Nahrungsreserve gehalten, hieraus ging die heutige Teichwirtschaft hervor. Auch heute noch gibt es viele Karpfenzuchtbetriebe, besonders im südosten Deutschlands, Tschechien, Österreich, Ungarn und Polen gibt es teilweise große Zuchtgebiete. In diesen Bereichen gibt es aber auch einen großen Bestand wildlebender Karpfen.
Die Scholle ist wohl vom Namen her der bekannteste Plattfisch in unseren Breiten. Oft wird aber jeder Plattfisch einfach Scholle genannt, auch wenn es sich um eine Flunder oder einen Butt handelt. Im Allgemeinen ist die Scholle in der Brandung nicht allzu leicht an die Angel zu bekommen, da ihr hauptsächliches Verbreitungsgebiet eher in den tieferen Bereichen der Küstengewässer liegt. Mit dem Boot oder dem Kutter über Sandbänken und Schlickgrund sind die Chancen am größten. Da die Scholle ein Nachtaktiver Fisch ist, sollte man seine Angelzeiten entsprechend abstimmen, in den Sommer- und Herbstmonaten zwischen den Dänischen Inseln, um Fehmarn herum und an einigen guten Strandabschnitten mit tieferen Wasser lässt sich dieser Fisch auch von Land aus erbeuten.
Der mit einer Länge von über 2 Meter und Gewichten über 80 Kilogramm größte Fisch, den man in Deutschland mit der Angelrute fangen kann, ist der Wels. In Südeuropa kann der Wels zu noch größeren Exemplaren anwachsen, hier gegen die Längen an die 3 Meter und die Gewichte bis zu 150 Kilogramm, wobei die Bestände durch Überfischung und Umweltverschmutzung zurückgegangen sind. Der Wels oder auch Waller ist ein Nachtaktiver Jäger, der seine Beute auch im Dunklen mit den Barteln aufstöbern kann. Sein helles grätenloses Fleisch ist trotz des hohen Fettgehaltes sehr schmackhaft und wird besonders in der Mediterranen Küche hochgeschätzt.
Der Dorsch oder Kabeljau ist wohl der bekannteste Angelfisch in der Ost- und Nordsee. Er wird sowohl an der Küste beim Brandungsangeln mit dem Wattwurm, als auch vom Kutter aus mit dem Pilker oder der Dorschbombe gefangen. Sein festes, helles und grätenfreies Fleisch macht in zum idealen Bestandteil leckerer Rezepte. Leider hat der Bestand des Dorsches besonders in der Ostsee durch die kommerzielle Fischerei mit ihren Schleppnetzen stark abgenommen, so das die Fänge von Dorschen auch für den Angelfischer stark zurückgegangen sind.
