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23. Jan. 2008

Fischkunde: Flunder (Platichthys flesus)Die Flunder ist der am meisten in der Brandung gefangene Plattfisch an unseren Küsten. Der in Norddeutschland auch häufig Butt genannte Fisch ist für viele Fischer von beträchtlicher Bedeutung, er wird in Reusen oder mit Netzen gefangen. Die Flunder ist ein vorwiegend Rechtsseitiger Plattfisch, was bedeutet, das die Oberseite des Fisches die rechte Körperhälfte ist. Im Gegensatz zu anderen Plattfischarten, ist die Flunder aber nicht ausschließlich Rechtsseitig, es gibt Gebietsweise bis zu 30 Prozent Linksseitige Flundern. Da die Flunder im Gegensatz zu anderen Plattfischen in der Lage ist auch im Süßwasser zu leben, findet sich diese Art in den Unterläufen einiger Flüsse. Zu früheren Zeiten, als die großen Flüsse noch nicht so verschmutzt und durch Stauwehre oder Fluttore vom Meer weitestgehend abgeschottet waren, wanderten die Flundern in der Elbe bis nach Magdeburg, oder im Rhein bis hinein in den Neckar. Durch Umweltschutzmaßnahmen und verbesserter Wasserqualität wird in diesen Bereichen heute wieder, die ein oder andere, Flunder von einem Angler gefangen.


Sehr häufig wird die Flunder mit der ihr nah verwandten Scholle verwechselt, dies rührt von der sehr ähnlichen Körperform und der oft gleichen Färbung her. Unterscheidungsmerkmale sind zum einen, das die Flunder zwar genau wie die Scholle Flecken besitzen kann, diese aber nie so stark ausgeprägt sind und wenn, dann nur Blassorange sind. Zum anderen finden sich entlang des Flossensaums der Flunder hornige, Warzen die deutlich zu fühlen sind. Das beste und eindeutigste Kennzeichen einer Flunder, ist aber das sie sich im Gegensatz zur Scholle, beim drüber streichen von hinten nach vorn, rauh anfühlt.

Merkmale:
Die Flunder hat einen asymmetrischen und sehr flachen Körper, bei dem beide Augen auf derselben Seite liegen. Die Oberseite oder Augenseite ist je nach Untergrund rotbraun, graubraun bis gelbgrün, teilweise mit blassen orangefarbigen Flecken. Die Unterseite der Flunder, die auch Blindseite heißt, ist weiß. Die Körperoberfläche der Flunder ist Rauh und an den Flossenrändern mit warzigen Verdickungen versehen. Die Rückenflosse verläuft vom Anfang des Auges, bis hin zum Schwanzstiel, die Afterflosse geht vom Schwanzstiel bis zum Ansatz der Brustflossen.

Lebensraum & Verbreitung:
Die Flunder kommt in allen Europäischen Küstengewässern vor; Vom Nordkap und der Norwegischen Fjordküste über den gesamten Bereich der Britischen Inseln und der Nordsee, sowie in der Ostsee, bis hin entlang der Atlantikküste ins Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Der Lebensraum ist der Küstennahe Bereich bis in eine Tiefe von 50 Metern, die Flunder kommt aber auch in Brackwasserbereichen und im Küstennahen Süßwasser vor.

Vermehrung:
Von Januar bis in den April laicht die Flunder in Wassertiefen um 50 Meter ab. Die Anzahl der vom Weibchen abgegebenen Eier beträgt etwa 500.000 – 2.000.000, diese haben einem Durchmesser von circa 1 Millimeter und sie schweben dann frei im Wasser. Der minimale Salzgehalt um die Eier der Flunder frei im Wasser schweben zu lassen beträgt mindestens 10 Promille, ansonsten sinken sie zu Boden und sterben ab. Die jungen noch wie normale Fische aussehenden Flundern wandern nach dem schlüpfen in Flachere Bereiche und ernähren sich von Plankton. Ab einer Länge von etwa 1 Zentimeter beginnt die “Verwandlung” zum Plattfisch, die Augen fangen an auf eine Körperseite zu wandern und der Jungfisch beginnt ein Bodennahes leben.

Nahrung:
Flundern ernähren sich von Kleinkrebsen, Jungfischen, Insektenlarven, Mollusken, Muscheln und Würmern.

Größe & Alter:
Eine Durchschnittliche Flunder hat eine Länge von 25 bis 35 Zentimeter und wiegt dann um die 350 Gramm. Kapitale Flundern können aber auch unter guten Bedingungen 50 Zentimeter lang und bis zu 3 Kilogramm schwer werden. Unter guten Voraussetzungen kann eine Flunder etwa 15 bis 20 Jahre alt werden.

Angelköder:
Seeringelwurm, Wattwurm, Muschelfleisch, Fischfetzen, Spinnköder

Angelmethoden:
Brandungsangeln mit Buttvorfächern, Spinnangeln mit flach geführten Spinnködern, Bootsangeln mit auf dem Grund laufenden Naturködern.

Anmerkung: Da ich kein brauchbares Bild von einer Flunder in meiner Sammlung habe, würde ich mich freuen wenn einer von Euch ein solches besitzt, und es mir zur Verfügung stellt.

Mehr zu diesem Thema hier:



2 Kommentare »

  1. Fischkunde: Scholle (Pleuronectes platessa) | Angler-Seiten schreibt:

    […] unseren Breiten. Oft wird aber jeder Plattfisch einfach Scholle genannt, auch wenn es sich um eine Flunder oder einen Butt handelt. Im Allgemeinen ist die Scholle in der Brandung nicht allzu leicht an die […]

    7. Apr. 2008 | #

  2. Fischkunde: Kliesche (Limanda limanda) | Angler-Seiten schreibt:

    […] gebogene Seitenlinie dienen, außerdem besitzt die Kliesche im Gegensatz zur Scholle und der Flunder keine ausgeprägten Flecken auf der Augenseite. Mit geschätzten 1.5 Millionen Tonnen […]

    23. Jun. 2008 | #

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