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24. Mrz. 2009

rotauge-ploetze-rutilusDas Rotauge ist die häufigste heimische Fischart – Welcher Angler hat diesen Fisch nicht schon einmal gefangen, für viele wird er auch vielleicht der erste Fisch überhaupt gewesen sein. Von Sibirien bis zu den Pyrenäen, von Schweden bis zu den Alpen ist diese Fischart in Europa verbreitet. Das Rotauge, das auch häufig Plötze genannt wird, ist ein typischer Weißfisch, der sich gern in krautreichen und sommerwarmen Gewässern aufhält. Das Rotauge findet man darüber hinaus in fast allen stehenden und langsam fließenden Gewässern Europas. Außerdem gibt es diese Fischart in den Brackwassergebieten der Ostsee und in vielen Flussmündungen. Das Rotauge ist ein eher klein bleibender Fisch, der aber teilweise in waren Massen ein Gewässer bevölkert. Beliebteste Angelmethoden auf die Plötze sind unter anderem das Angeln mit der Stipprute, oder mit der leichten Posenrute an dünnem, feinen Geschirr. Das Rotauge ist ein interessanter Angelfisch, da er sich mit leichtem Geschirr und wenig Ausrüstung in guten Mengen fangen lässt. Durch sein schmackhaftes, aber grätenreiches Fleisch ist das Rotauge weit mehr als nur Beifang und hat zu Recht unter Angler viele Freunde.


Merkmale:
Der Körper des Rotauges ist leicht gestreckt und seitlich abgeflacht, das Maul endständig. Maßgebliches Kennzeichen ist das Auge, das wie der Name schon sagt orange bis rot ist. Die Grundfärbung des Fisches ist graugrün bis silbergrau, je nach Gewässer und Nahrungsangebot kann aber die Körperform und Färbung stark variieren. Die Flossen der Rotaugen sind leicht orangerot gefärbt, die Rückenflosse ist rotbraun. Die Rückenflosse hat 12-14 Strahlen, die Brustflossen haben 16 und die Afterflosse hat 12-14 Flossenstrahlen. Das Rotauge hat entlang der Seitenlinie meist 42-45 große Rundschuppen. Oft wird das Rotauge mit der Rotfeder verwechselt, wobei das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zwischen diesen beiden Fischen die Stellung der Rückenflosse ist. Beim Rotauge fängt die Rückenflosse ziemlich genau über den Bauchflossen an, bei der Rotfeder aber erst deutlich hinter den Bauchflossen.

Lebensraum & Verbreitung:
Das Rotauge kommt fast ganz Europa vor, von Sibirien bis zu den Pyrenäen und von Schweden bis zum Balkan. Das Rotauge fehlt südlich der Alpen und der Pyrenäen, wird hier aber von lokalen Unterarten wie der Südeuropäischen Plötze und dem Escalo abgelöst. Im nördlichen Norwegen, Nordschottland und in teilen von Irland fehlt die Plötze ebenso. Im Allgemeinen kann man sagen, das das Rotauge außer in Hochgebirgsseen und schnell fließenden Bächen alle Süß- und Brackwasserbereiche bevölkert.

Vermehrung:
Die Laichzeit der Rotaugen ist April bis Mai, bei einer Wassertemperatur von minimal 10° C. Werden die nötigen Temperaturen nicht erreicht, kann die Laichzeit auch bis in den Juni hinein gehen. Gebietsweise werden kurze Wanderungen zu den Laichplätzen unternommen, zum Beispiel in den Brackwasserbereichen der Ostsee ziehen die Rotaugen in Flüssen aufwärts um geeignete Laichplätze zu finden. Das Rotauge ist ein sehr fruchtbarer Fisch, der ein Gewässer in kurzer Zeit übervölkern kann. In flachen und krautreichen Uferbereichen werden die geblichen-klaren klebrigen Eier an Pflanzenstängeln, Wurzeln oder Steinen abgelegt. Die Eier der Rotaugen sind ca. 1,0 bis 1,5 mm groß. Unter heftigen Paarungsspielen werden etwa 100.000 Eier abgelegt. Rotaugen werden allgemein mit etwa 2 bis 3 Jahren geschlechtsreif und bekommen zur Laichzeit einen leichten körnigen Laichausschlag.

Nahrung:
Das Rotauge frisst vorwiegend Kleintiere wie Würmer, Krebse, Insektenlarven, Schnecken oder Muscheln, aber sie nimmt auch Wasserpflanzen zu sich.

Größe & Alter:
Die Durchschnittsgrößen bei den Rotaugen liegt bei 15 bis 25 cm und das durchschnittliche Gewicht beträgt dann maximal 250g. Unter sehr günstigen Lebensbedingungen kann ein Rotauge über 40 cm lang und über 2.000g schwer werden, was aber sehr selten vorkommt. Das maximale Alter einer Plötze liegt bei ca. 12 Jahren.

Angelköder:
Kleine Köder wie Maden, Insektenlarven, kleine Würmer oder Muschelfleisch. Auch Hanf oder andere kleinere pflanzliche Köder können guten Erfolg bringen. Wichtig bei der Köderauswahl ist das jeweilige Wohngewässer und das dort vorkommende Nahrungsangebot zu beachten.

Angelmethoden:
Stipprute, Posen- oder Gundmontagen, wobei das Anfüttern wichtig ist. Ein sehr feines Geschirr mit dünner Schnur bringt die besten Erfolge. Große Kapitale Rotaugen sind äußerst scheu und halten sich meist am Gewässergrund unter dem eigentlichen Schwarm auf. In den frühen Morgen- und Abendstunden kann man diese vorsichtigen Fische aber mit dem richtigen Köder locken und zum Anbiss verleiten.

Anmerkung:
Viele Angler halten ein Rotauge für einen besseren Köderfisch und haben keine weitere Verwertung für diesen schmackhaften aber grätenreichen Fisch. Wer aber einmal Fischfrikadellen aus Rotaugen zubereitet hat, wird seinen Wert als Speisefisch zu würdigen wissen. Auch die Verwertung als „Rotauge in Sauer“ lässt einem jeden Hering vergessen.

-fb

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4 Kommentare »

  1. Pilar schreibt:

    Istt der fisch essbar und welsche Nahurngs Werte hat der Rotauge

    14. Sep. 2009 | #

  2. admin schreibt:

    @Pilar: Essbar und lecker, obwohl viele Gräten. Sauer einlegen oder als Fischfrikadellen sind Rotaugen erstklassig! Aber Nahrungswerte … darüber habe ich mich nie Gedanken gemacht.

    16. Sep. 2009 | #

  3. lula schreibt:

    cool, alles gefunden , was ich benötige!!!

    7. Mrz. 2012 | #

  4. multikulinarisches schreibt:

    Süßwasserfisch #1: Pötze…

    Rutilus rutilus [Rotauge / Plötze / Schwal / Rotte] Public domain via Wikimedia Commons Wie in der Beschreibung des Blogevents angekündigt, gibt es für ca. 1 Jahr an jedem 10. einen Süßwasserfisch samt Steckbrief. Hier kommt #1. Zu Übungszwecken und a…

    9. Jan. 2013 | #

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