Die Schleie ist ein Weißfisch der zu den Karpfenartigen (Cypriniden) gezählt wird, wie viele Fische dieser Gattung, lebt auch die Schleie überwiegend in langsam fließenden oder stehenden Gewässern in Grundnähe. Weil die Schleie ein recht vorsichtiger Fisch ist und meist nur sehr schwer an den Haken zu bekommen ist, wird die Schleie von Anglern mit sehr feinem und sensiblem Gerät beangelt. Auffälligste Merkmale der Schleie sind unter anderem die sehr kleinen Schuppen und die normalerweise olivgrüne dunkle Färbung. Auffällig sind auch der im Verhältnis sehr dicke Schwanzstiel und die ausgeprägte Schleimschicht die diesen Fisch umgibt. Die Schleie wurde im Jahr 2007 gemeinsam von Deutschland und Österreich zum Fisch des Jahres gewählt, um einer breiteren Öffentlichkeit diesen Fisch vorzustellen und auf die Gefährdung des Lebensraums Wasser hinzuweisen. Denn trotz, der über fast gesamt Europa verlaufenden Verbreitung der Schleie, ist dieser Fisch eher unbekannt.
Merkmale:
Schleie haben eine längliche, kräftige Körperform mit einer relativ dicken Schwanzwurzel und einer gerade abschließenden Schwanzflosse. Die Schleie hat normalerweise eine olivgrüne Körperfärbung mit geblichem Bauch, es gibt aber auch gelbe Zuchtformen der Schleie (Goldschleien) die ausschließlich gelblich gefärbt sind. Die Schleie hat eine schleimige, dicke Haut mit sehr kleinen Rundschuppen. Das Maul der Schleie ist endständig, vorstülpbar und besitzt zwei kurze Barteln.
Lebensraum & Verbreitung:
Die Schleie kommt die den meisten Teilen von Europas vor, Ausnahmen bilden Gebiete von Griechenland, das nördliche Schottland und Nordskandinavien. Die Schleie lebt hauptsächlich in langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit weichen Bodengrund. Hier hält sich die Schleie tagsüber in Grundnähe zwischen Pflanzenbeständen auf, und beginnt erst zur Dämmerung mit der aktiven Nahrungsaufnahme. In manchen Fällen kommt die Schleie auch gemäßigten Zonen des Brackwassers, sowie in einigen Gewässern der Alpen vor.
Vermehrung:
Die Laichzeit der Scheien beginnt bei einer Wassertemperatur von etwa 18 bis 20° C, in den Monaten Mai und Juli. Die Schleien schließen sich dazu in Schwärmen zusammen und suchen flache, lichte Uferbereiche, die mit ausreichend Pflanzenbewuchs. Es werden dann an den den Wasserpflanzen, die maximal 1,5 Millimeter großen Eier, abgelegt. Die Eiablage der Schleie erfolgt nicht mit einem Mal sondern portionsweise mit einem Abstand von manchmal 2 Wochen und kann sich dann über 2 Monate erstrecken. Die Brut der Schleie schlüpft je nach Wassertemperatur nach 4 bis 5 Tagen. Schleien werden mit etwa 4 Jahren geschlechtsreif.
Nahrung:
Insektenlarven, Schnecken , kleinen Muscheln, gelegentlich auch Pflanzen.
Größe & Alter:
Durchschnittsgröße einer Schleie liegt bei 25 bis 35 cm, sie kann aber auch bis 70 cm lang und über 9 Kilo schwer werden. Das maximale Alter der Schleie wird mit bis zu 20 Jahren angegeben.
Angelköder:
Maden, Mais, Würmer und Insektenlarven. Alternativ dazu auch Frühstücksfleisch oder kleine Boilies. Wichtig ist ein vorsichtiges und gleichmäßiges Anfüttern mit kleinen Partikelködern um die Schleie am Fangplatz zu halten oder sie dort hin zu locken.
Angelmethoden:
Posenangeln mit schlanken, langen Posen die es erlauben jedwede Art von Biss frühzeitig zu erkennen, oder Grundangeln mit kleinen Bleien oder Futterkorb. Wichtig ist die Feinfühligkeit der Angelausrüstung und der benutzten Montagen, um die vorsichtige Schleie nicht zu verschrecken.
Gerätetipps:
Matchruten mit 3,6 bis 3,9 Meter oder Grundruten mit Schwing-, Zitter oder Bibberspitze mit einer Länge von 3,0 bis 3,3 Meter. Als Schnur beim Posenangeln sollte eine Monofile Schnur mit relativ wenig Dehnung und einer Stärke von 0,20 bis 0,22er zum Einsatz kommen. Beim Grundangeln ist eine Multifile Schnur zu Empfehlen um jeden Biss frühzeitig zu erkennen. Leichtlaufende und hängerfreie Montagen mit kurzschenkligen Haken der Größen 6 bis 10 an einem mindestens 100 cm langen Vorfach sind beim Angeln auf Schleien extrem wichtig.
Anmerkung:
Die Schleie verfügt über die Fähigkeit in extremen Bedingungen zu überleben, mit Hilfe der Kälte- und Hitzestarre und dem Eingraben in den Gewässergrund ist es ihr möglich, auch kurzfristig extremen Sauerstoffmangel oder lange Hungerperioden zu überleben. Aus diesen Gründen ist die Schleie auch in kleinen Tümpeln anzutreffen und ein solcher sollte deswegen nie als Angelmöglichkeit ausgeschlossen werden.
