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Angelpraxis und Grundlagen: Das Eisangeln

Vom | Dezember 27, 2007 | 2 Kommentare

Eisangel - Eisfischen - Angeln auf dem Eis Bei den Wort Eisangeln wird jeder sagen: “Das kann man hier in Deutschland gar nicht machen!”, leider stimmt diese Aussage in den meisten Jahren und in den meisten Gegenden Deutschlands. Wer in Bayern, Baden-Württemberg oder in den Bereichen der höheren Mittelgebirge lebt, hat schon eher die Möglichkeiten auf einem zugefrorenen See zu angeln. Aber, es gibt immer wieder Jahre in denen man auch im Norddeutschen Flachland Eisangeln kann. Die Technik die für das Angeln auf dem Eis nötig ist, beschränkt sich auf das wesentliche, und gerade das macht diese Angelart zu einem besonderen Erlebnis für Angler. Nicht das Material und die Ausrüstung entscheiden beim Eisangeln, viel eher ist es entscheidend wie und wo der Köder angeboten wird. Eine Grundregel beim Eisfischen oder Eisangeln ist, das man niemals alleine angeln sollte, also ist diese Angelart schon aus der Pflicht heraus eine gesellige Angelegenheit.


Grundvoraussetzung für das Angeln auf dem Eis, ist selbstverständlich die Dicke der Eisdecke. Es sollen um die 15 Zentimeter Eis auf dem zugefrorenen See sein. Trotzdem sollte man sich vor dem Angeln und dem Betreten der Eisdecke noch einmal vergewissern ob diese hält. Die Besonderheiten der zugefrorenen Gewässer muss dem Angler vor dem Beginn der Angelei bekannt sein. Denn zum Beispiel, in einem Stausee ist das absinken oder steigen des Wasserspiegels innerhalb Angelzeit sehr gefährlich, weil das Eis durch diese Veränderung starken Spannungen ausgesetzt ist und so schnell bersten kann.

Wichtige Vorbereitung für das Eisangeln, ist die richtige Kleidung und auch geeignete und warme Schuhe. Auf einer Eisfläche ist der kalte Winterwind noch einmal gefühlte 10 Grad kälter als überall sonst, durch die ebene Fläche kann der Wind ungehindert zum Angler vordringen und kühlt so schnell den Körper aus. In Zeiten der Hi-Tec-Kleidung ist es ein wenig einfacher geworden dem Wind und der Kälte zu trotzen, dennoch sollte man sich am besten einen Pullover mehr einpacken (sicher ist sicher). Bei den Schuhen ist auf eine rutschsichere und dicke Sohle zu achten, denn die kalte Eisfläche schafft es, den besten Winterschuh, innerhalb kurzer Zeit auszukühlen. Wer mit Angelausrüstung auf dem Eis geht, möchte festen Halt auf dem selbigen haben. Weitere wichtige und lebensrettende Ausrüstungsgegenstände sind die Eishaken, das sind zwei an einer Schnur, über der Schulter hängende Haken. Diese Haken deren Verbindungsschnur auch gut in der Jacke in den Ärmeln geführt werden kann, damit sie weniger stören, haben schon viele Leben gerettet. Falls man doch einmal durch das Eis einbrechen sollte, kann man sich mit diesen Haken selbstständig aus dem Eisloch ziehen.

Bevor man mit dem Angeln beginnt, sollten noch die Wege über das Eis zum Land hin, genau festgelegt werden. Wenn das Angeln beendet ist, oder man durch andere Gründe an Land muss, sollte man immer die selben Wege über das Eis gehen, denn nicht alle Strecken werden sicher sein, das Eis könnte an einigen Stellen gebrochen sein. Bei der im Winter früh einsetzenden Dunkelheit, ist es sehr wichtig, genau zu wissen, wo man entlang gehen kann. Wenn man auf einem sehr großen See lange Strecken zurücklegen will oder muss, sollte man einen Kompass dabei haben. Bei dichten Nebel oder Schneetreiben ist es oft sehr schwer die Richtung zum richtigen Ufer zu halten, und eine Abweichung vom richtigen Weg kann dann das Leben kosten. Bei den Wanderungen über das Eis ist es dann auch wichtig einen mindestens 15 Meter weiten Abstand zum Angelpartner zu halten, denn so ist die Wahrscheinlichkeit am größten das wenn man doch einbrechen sollte, nur einer einbricht, der andere hat dann die Chance den Eingebrochenen zu Retten. Wenn man diese elementaren Dinge beachtet hat, kann man mit dem Angeln beginnen, oder besser man kann das eigentliche Angeln vorbereiten.

Die Ausrüstung für das Angeln ist wie gesagt, eher minimal, das bedeutet aber keinesfalls, das man beim Eisangeln mit leeren Händen zum Angelplatz schlendert. Denn, man sollte neben der Angelausrüstung auch Wechselkleidung, eine stabile Sitzgelegenheit, ein mindestens 20 Meter langes Seil und ein heißes nicht alkoholisches Getränk dabei haben. Was aber am wichtigsten ist, ist wohl das Loch im Eis, ohne dem es nicht geht. Einen Motor getriebenen Eisbohrer werden die wenigsten weder besitzen noch die Möglichkeit haben ihn sich auszuleihen. Die handbetriebene Variante des Eisbohrers findet man in einem gut sortierten Angelfachgeschäft. Wer eine Motorsäge hat, kann auch diese nutzen, sollte aber deren Handhabung sicher beherrschen. Ein Aufbrechen der Eisfläche mit dem Eispickel oder einem anderen spitzen Werkzeug ist gar nicht so einfach, und sollte am besten wegen der unkalkulierbaren Rissbildung unterlassen werden. Um alleine diese Ausrüstungsgegenstände über das Eis zu bewegen sollte man sich einen Schlitten für den Transport nehmen.

Eisangel - Angel zum EisangelnDie Angel die beim Eisangeln zum Einsatz kommt, ist eine sehr kleine Handangel mit einer Achsrolle. Die Rolle wird nur für die Aufnahme der Schnur verwendet, nicht für den Drill.Diese Angel die im Prinzip nur aus Griff und Rolle besteht kann in vielen Angelshops erworben werden. Natürlich muss man keine solche Angel benutzen, man kann auch eine normale kurze Rute für das Eisangeln benutzen. Als Angelrolle ist eine kleine Multirolle perfekt, aber auch eine normale Stationärrolle erfüllt die gestellten Aufgaben zu genüge. Es gibt zwei Arten der Eisangelei, zum einen kann man auf Friedfisch wie Plötze und Brasse gehen,, oder aber auf Raubfische wie Barsch und Hecht. Bei diesen beiden Arten des Angeln werden unterschiedliche Schnüre, Bissanzeiger und Köder benutzt.

Bei der Friedfisch-Angelei sollte die Schnur möglichst dünn gewählt werden, eine 0,12er bis 0,16er Monofie Schnurr oder eine 0,08er bis 0,10er ummantelte Multifile Schnur reicht meist. Eine normale Multifile Schnur sollte man nicht verwenden, denn sie lagert relativ viel Wasser an, das schnell zu einer dickeren Eisschicht anfriert. Als Bissanzeiger kommt entweder eine kleine Pose zum Einsatz oder man lässt die Schnur über den Finger ins Wasser und “ertastet” den Biss. Die Finger-Methode ist optimal wenn man sich voll auf ein Eisloch konzentriert, wenn man aber mehrere Eislöcher befischt sollte man eine Pose nutzen. Da die Fische im Winter sehr träge und langsam sind, erfolgen die Bisse auch recht zaghaft, es ist also ein Feines und Gefühlvolles Angeln, das sehr viel Spaß macht. Als Köder werden häufig die Mormyshka empfohlen, die sowohl auf Plötze und Barsch funktionieren sollen. Mormyshkas sind im Prinzip kleine bunt gefärbte Jig-Köpfe die wie ein Pilker über dem Gewässergrund angeboten werden. Für Friedfische ist aber meiner Meinung nach eine Montage aus einem kleinen dünnen Goldhaken (16-18) mit einer oder zwei Maden und einem etwa 3 Zentimeter über dem Haken sitzenden Blei mit der kleinen Fluo-Perle weitaus besser. Aber wer die Mormyschkas probieren möchte, sollte dies unbedingt tun.

Bei der Raubfisch-Methode wird alles etwas stärker gewählt. Die Schnurstärke sollte bei Monofiler 0,30er oder 0,35er und bei Multifiler Schnur etwa 0,20er bis 0,22er sein. Als Köder wird entweder ein Mormyschka oder ein kleiner Pilker oder Zocker von maximal 50 Gramm Gewicht genommen. Ein Fischfetzen oder ein kleiner Köderfisch am System ist ein sehr guter Köder, genauso wie ein kleiner Twister mit Bleikopf. Wer auf Raubfische angelt sollte sich nicht scheuen einige Köder zu probieren, den die trägen Fische müssen schon zum Biss überredet werden. Meistens werden bei dieser Art des Angelns Barsche an den Haken gehen, seltener ein Hecht.

Nach dem Angeln sollte man seine Eislöcher mit einem Büschel Gras oder einem Haufen Schnee oder Eis kennzeichnen, damit kein Spaziergänger oder Eisläufer dort hinein gerät. Auf alle Fälle sollte man sich genau erkundigen welche Regeln auf dem Gewässer bestehen, in dem man Angeln möchte. Auf einigen Seen ist das Eisangel verboten, bei anderen Gewässern ist das Angeln mit bestimmten Ködern untersagt.

Fazit: Wer sich nicht scheut in der Kälte zu angeln und Lust hat etwas neues zu probieren, sollte es mit Eisangeln versuchen. Wer die notwendigen Vorbereitungen und die nötigen Sicherheitsregeln beachtet und befolgt wird mit dieser Angelmethode viel Spaß haben. Falls der Winter nicht genügend Eis hergibt um einen See tragfähig zu machen, in Schweden, Norwegen und Finnland findet man sicher einen solchen See. Außerdem bekommt man noch so einige Tipps von Einheimischen Anglern die diese Angelart wie einen Volkssport betreiben.

Kommentare

2 Kommentare to “Angelpraxis und Grundlagen: Das Eisangeln”

  1. holsch
    Januar 30th, 2009 @ 23:17

    mit 22er multifiler geh ich an die ostsee zum pilken…

    bei multifiler reicht zum eisangeln 08er oder 06er selbst für dicke hechte aus.

  2. Eisangeln in Deutschland: Tipps und Orte | Travelblogging
    Oktober 11th, 2010 @ 11:24

    [...] Weitere Informationen finden Sie hier. [...]

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